• Sarah Wüst

Teil 2: Was ist eigentlich...Praeklampsie?

Die Präeklampsie (früher: EPH-Gestose) ist eine ernste Erkrankung schwangerer Frauen. Sie zählt zu den sogenannten hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen. Das sind Erkrankungen mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft. Frauen mit Präeklampsie haben zudem Eiweiß im Urin und Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme).


Wer hat ein ho­hes Prä­eklamp­sie-Ri­si­ko?

Eine Prä­eklamp­sie kommt bei 5 – 10 % al­ler Schwan­ge­ren vor, nor­ma­ler­wei­se bei Erst­ge­bä­ren­den, be­son­ders dann, wenn die­se über 35 Jah­re alt sind, über­ge­wich­tig sind, Mehr­lin­ge er­war­ten, an Dia­be­tes oder Blut­hoch­druck (Hy­per­to­nie) lei­den, eine ge­ne­ti­sche Ver­an­la­gung zu er­höh­tem Blut­druck ha­ben oder von Nie­ren­be­schwer­den be­rich­ten. Wenn zu­dem be­reits an­de­re Frau­en in Ih­rer oder der Fa­mi­lie Ih­res Part­ners an die­ser Schwan­ger­schafts­kom­pli­ka­ti­on lit­ten, ist die Wahr­schein­lich­keit ei­ner Prä­eklamp­sie grös­ser. Ge­rin­ger wird das Ri­si­ko, wenn eine Frau zum zwei­ten oder drit­ten Mal schwan­ger ist, vor al­lem, wenn zwi­schen den Schwan­ger­schaf­ten nur kur­ze Zeit­ab­stän­de lie­gen.



Eine Prä­eklamp­sie äus­sert sich ty­pi­scher­wei­se zwi­schen der 24. und 28. SSW durch


  • ho­hen Blut­druck,

  • Ei­weiss im Urin (Pro­te­in­urie) in­fol­ge von Nie­ren­schä­den

  • Schwel­lun­gen (Öde­me oder Was­ser­ein­la­ge­rung) auf Grund über­mäs­si­ger Flüs­sig­keits­an­samm­lung in den Hän­den, dem Ge­sicht und den Füs­sen.

  • Kopf­schmer­zen,

  • Übel­keit mit Er­bre­chen,

  • Schmer­zen im Un­ter- und Ober­bauch,

  • Seh­stö­run­gen (z.B. ver­schwom­me­nes oder ge­trüb­tes Seh­ver­mö­gen und Au­gen­flim­mern),

  • plötz­li­che Ge­wichts­zu­nah­me,

  • Schwin­del­ge­fühl,

  • Licht­emp­find­lich­keit,

  • Schläf­rig­keit,

  • Ver­wirrt­heit,

  • Ner­vo­si­tät und Rast­lo­sig­keit.

Wie eine Prä­eklamp­sie be­han­delt wird, ist von der Schwe­re der Sym­pto­me ab­hän­gig. Lei­den Sie an ei­ner leich­ten Form der Prä­eklamp­sie, ist Bett­ru­he als Be­hand­lung wahr­schein­lich aus­rei­chend. Sie kön­nen zu Hau­se blei­ben und wer­den alle 2-3 Tage über­wacht. Das be­deu­tet: Ihre Le­ber- und Nie­ren­funk­ti­on wird re­gel­mäs­sig kon­trol­liert, aus­ser­dem der Blut­druck, der bei ma­xi­mal 160/100 lie­gen darf. Ul­tra­schall­un­ter­su­chun­gen zei­gen, ob das Wachs­tum Ih­res Kin­des noch nor­mal ist. Dopp­ler-So­no­gra­phi­en und CTG-Kon­trol­len über­wa­chen die kind­li­che Blut­ver­sor­gung.

Ma­gne­si­um wird mit blut­druck­sen­ken­den Mit­teln, Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re und evtl. He­pa­rin zur Throm­bo­se-Vor­sor­ge kom­bi­niert. Die Er­näh­rung soll­te pro­te­in- und ka­lo­ri­en­reich und nicht salz­arm sein. Viel Flüs­sig­keits­zu­fuhr ist wich­tig. Reis-Obst-Tage wer­den heu­te als ge­fähr­lich an­ge­se­hen, und harn­trei­ben­de Mit­tel oder Me­di­ka­men­te sind ver­bo­ten. So­bald das Kind eine aus­rei­chen­de Lun­gen­rei­fe zeigt, wird dann si­cher­heits­hal­ber die Ge­burt ein­ge­lei­tet.

Bei deut­li­chen und sich ver­schlim­mern­den An­zei­chen ei­ner Prä­eklamp­sie, ei­ner kind­li­chen Man­gel­ent­wick­lung oder Krampf­be­reit­schaft be­steht eine Not­fall­si­tua­ti­on. Sie wird mit ei­ner ra­schen Ent­bin­dung (Kai­ser­schnitt) be­han­delt, egal wie weit die Schwan­ger­schaft fort­ge­schrit­ten oder wie reif das Kind ist.



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