• Sarah Wüst

Aus dem Praxisalltag Teil 8: CMD/ Kieferschmerzen

Heute schreibe ich von einer Patientin die mit Kopf -Nacken-Ohren Beschwerden zu mir in die Praxis kam.

Diese Beschwerden hatten sich in den letzten Wochen gehäuft,der Hausarzt verschrieb ihr ein Schmerzmittel.Dieses wirkte, jedoch hatte sie die Schmerzen wieder, sobald das Schmerzmittel im Körper abgebaut wurde.


Bei der Befundaufnahme erzählte sie,dass sie einen neuen Job angefangen hatte, und ein paar Monate später wegen Covid 19 nur noch im Homeoffice arbeiten konnte. Sie war alleinstehend, keine Kinder und hatte ein kleines soziales Netz. Sie sagte selbst, dass sie dadurch dass sie alleine war und von Zuhause aus arbeitete, viel mehr arbeiten würde als sie eigentlich sollte/müsste. Weil sie neu war, setzte sie sich zusätzlich unter Druck.


Die Kopfschmerzen kamen schleichend am Morgen und bauten sich den Tag über auf, und sehr oft wachte sie auch schon mit Kopfschmerzen auf.

Die Ohrenschmerzen waren nur leicht und zogen hinters Ohr oder nach vorne ins Gesicht.

Die Nackenschmerzen hatte sie schon "immer",durch den Büromöbel und den Ausgleich den sie nicht dazu hatte.


Bei der Untersuchung des Kiefers merkte ich, dass

die Mundöffnung etwas eingeschränkt war, das merkte sie aber nicht im Alltag.


Ich startete die Behandlung in Bauchlage und lockerte vorerst mal ihre Schulter-Nackenpartie, mit Einsatz eines Schröpfglases regte ich die Durchblutung rasch an und die Haut färbt sich schön rot.

Die Behandlung von der Vorderseite beinhaltete die Lockerung der Muskeln am Schulter-Nacken -Schädelübergang. Dort konnte ich die Kopfschmerzen teilweise auslösen, dies ist meist ein Zeichen für eine Ausstrahlung eines Triggerpunktes, den es zu lösen hiess.


Als Abschluss massierte ich den Kiefer zuerst von der Aussen Seite, danach mit Handschuhen intraoral(=im Mund).

Die Muskulatur des Kiefermuskels war unglaublich verspannt und löste bei ihr die Ohren und Kopfschmerzen punktgenau aus. Die Behandlung kann unangenehm sein, deshalb wende ich es bei der ersten Behandlung nur verkürzt und am Schluss an. Am Ende testete ich nochmals ihre Mundöffnung und das Goniometer zeigte mir 1.5cm mehr an.


Die Patientin bekam ein Heimprogramm um die Kiefermuskulatur selbst zu lösen und zu bearbeiten. Dies bereitete ihr weniger Mühe als die Zweite Hausaufgabe; die Arbeitszeit aufzuschreiben, eine fixe Mittagspause zu machen, zwischendurch die Füsse vertreten und nach der normalen Arbeitszeit von 8.5 Stunden den Laptop wegzu legen und den Feierabend zu genießen..


Nach der ersten Behandlung hatte sie starken Muskelkater während 2 Tagen, fühlte sich aber gelösten und hatte weniger Kopfschmerzen.

Nach der 4. Behandlung fühlte sie sich besser, sie selbst sagte dann, dass der Stress und die Dauerbelastung wohl schon ein sehr grosser Faktor war bei ihrer Problematik.


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